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WASHINGTON POST
Galerien: „Vaiven“, „Vantage Point“, „Peace. Love. Insurgency“, '“Die DC Paintings“
Von Mark Jenkins 8. November 2013, Washington Post

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Peace. Love. Insurgency.

Verschiedene Revolutionen verbinden die Arbeiten in Furthermores Zwei-Mann-Show “Peace. Love. Insurgency.” Als ehemaliger Washingtoner, der jetzt in Berlin lebt, gestaltet Scott Holmquist handgefertigte Bücher, welche die Kultur des Marihuana-Anbaus von Humboldt County, Kalifornien, dokumentieren. Er plant dies wohl auch in Zukunft zu tun, symbolisch, wenn nicht sogar tatsächlich. Der sechste Band seiner "Chronic-Freedom”-Reihe ist ein Soundbook, "kompiliert im 26. Jahrhundert".

Holmquist hat, politisch und dennoch phantasievoll, eine Ausstellung für ein imaginäres “Hippies & Weed Center for Insurgency” entworfen. Der Grundriss für dieses Zentrum wird unter einem Banner, der eine geballte Faust mit Marihuanaknospen einrahmt, ausgestellt. Seit seiner Ankunft in Deutschland beteiligt sich Holmquist an einem Museum, das die Geschichte Kreuzbergs erzählt, einem Viertel, das für seine Linken und Hausbesetzer bekannt ist. Der Künstler hat für dieses Museum eine fiktionale Show entwickelt. Sie kann allerdings nicht so bald eingebaut werden, da eine Abteilung die Jahre 2100-2200 abdeckt.

Ausgestellt werden mehrere Kopien eines deutschen Gesetzes, welches das Recht auf Widerstand schützt. Die Kopien sind abgenutzt und zerfetzt, als ob sie oft zurate gezogen worden wären. Aber die Finger, die die Pamphlete beschädigt haben, können noch nicht existieren. Warum? Weil das Gesetz — eine weitere Holmquist-Erfindung — nicht vor 2090 erlassen wird.

In einer Schwarz-Weiß-Videoarbeit lesen Personen Szenen der Amerikanischen Revolution aus Holmquists Soundbook des 26. Jahrhunderts vor. Auch Kenseth Armstead hat eine Version dieses Krieges gestaltet. Seine Graphic Novel "Spook" erzählt die Heldentaten eines afroamerikanischen Spions. In anderen Werken, die roh auf Holz gemalt wurden, verbindet der New Yorker Künstler Geschichten amerikanischer Gründungsväter mit schwarzer Popkultur. Seine handgemalte Liste der "Gründungsmütter" schließt die Namen Mo’Nique, Minaj und Pinkett Smith ein. Sowohl die Vergangenheit als auch die Zukunft, so scheint es, sind revolutionärer als die massenmediale Gegenwart.

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